EMK Pliezhausen

Fahrradfrühjahrsaktion 2015

"Schiebst du noch oder fährst du schon?"

Eine geniale Idee hatte der Jugendkreis in diesem Frühjahr. Rechtzeitig vor der Fahrradsaison luden die Jugendlichen ein, Fahrräder fahrtauglich für die Saison zu machen und außerdem nicht mehr gebrauchte Fahrräder zu verkaufen.
Am 11.4.2015 wurde diese Aktion bei der Friedenskirche in Pliezhausen durchgeführt. Ich habe mit den Jugendkreisleitern Frank Hahn (F.H.) und Damian Carruthers (D.C.) gesprochen und dazu einige Fragen gestellt.

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1. Wie seid Ihr denn auf solche eine Idee gekommen, eine Fahrradaktion durchzuführen? Und überhaupt: Wie lautete genau die Einladung? Fahrrad frühlingsfit machen? Und Fahrräder auch verkaufen?

F.H.: Ich habe letztes Jahr ein einfaches Rad privat verkauft; das ging weg wie die bekannten "warmen Semmeln"; da dachte ich, das wäre doch eine Superidee. Dann haben wir in der Gemeinde gefragt, wer ein Fahrrad zum Verkauf zur Verfügung stellt. Wir waren nicht sicher, wie viele sich da melden, also haben wir gesagt wir bieten auch einen Radservice an ("Wir machen euer Fahrrad Frühlingsfit").

 

2. Wie war die Bereitschaft der Jugendlichen, dort mitzuarbeiten? Und wie viele waren letztendlich dabei?

F.H.: Wir wussten ja, wir haben einige Radbegeisterte im Jugendkreis. Als wir gefragt haben "seit ihr bei so was dabei" haben die sofort ja gesagt.

D.C.: Ja, die Jugendlichen fanden das eine gute Idee. Vor allem die Jungs, würd ich sagen. Aber es wurde dann schnell eine Aktion von und mit allen. Deshalb waren ja sogar Ehemalige dabei, so dass wir am Ende 13 Leute waren.

 

3. Mit wieviel Fahrrädern hattet Ihr gerechnet? Oder wart Ihr eher im Zweifel, ob die Idee aufgeht?

F.H.: Ehrlich gesagt hatten wir keine Ahnung, wir haben das einfach mal gemacht. Die Resonanz war überwältigend; mit so viel hätten wir niemals gerechnet.

D.C.: Ich hatte nicht mit allzu vielen Fahrrädern gerechnet, die wir verkaufen können. Ich bin deshalb auch noch mit einem Jugendlichen zur Theologischen Hochschule in Reutlingen gefahren und der Hausmeister hat uns alte Fahrräder mitgegeben, die keinem mehr gehörten, aber an den Fahrradständern festgemacht waren. Am Ende hätten wir die gar nicht gebraucht, weil wir so viele Fahrräder bekommen haben.

 

4. Wofür ist der Erlös gedacht?

F.H.: Komplett für den Neubau unserer Friedenskirche; wir fühlen uns als Jugendkreis da drin ja auch super wohl

 

5. Wie viele Fahrräder kamen dann zusammen? Und wie war der Zustand der Räder…? Kamen auch ziemlich schrottreife Fahrzeuge bei Euch an?

F.H.: in Summe waren es über 50 Räder. Einige davon mussten wir verschrotten; aber selbst dafür gab es noch ein paar Euro.

D.C.: Es gab schon einige, die schrottreif waren, wo man merkte, dass die Leute auf einfache Art mal Müll loswerden wollen. Aber zu 90% waren es gute bis sehr gute Fahrräder. Wir haben ja sogar zwei Elektro-Räder bekommen, wovon eins nicht älter als 2 Jahre oder so war.

 

6. Wie war der Erlös? (bereits Fahrräder verkauft?)

F.H.: jetzt nach einigen Tagen haben wir schon mehr als die Hälfte der Räder verkauft. Viel wichtiger als das Geld ist uns aber die Gemeinschaftsaktion; so was macht Spaß und schweißt den Jugendkreis zusammen und ist auch eine super Integration in die Gemeinde.

D.C.: Es ist verrückt, wie schnell teilweise die Fahrräder weggingen. Und nicht nur der Arbeitstag am Samstag war super, auch das Verkaufen macht irgendwie Spaß. Eben auf diese Weise mit Menschen in Kontakt zu kommen, und dass man ihnen erzählen kann, warum wir so viele Fahrräder haben… dass es großzügige Menschen gab, die diese gespendet haben, dass wir junge Leute hatten, die 9 Stunden an einem Samstag geopfert haben, um für eine gute Sache sich einzubringen usw. Das macht auch Freude und einen auch ein bisschen stolz, sowas erzählen zu können.

 

7. Könntet Ihr Euch vorstellen, solch eine Aktion öfter durchzuführen? Oder war das eine einmalige Sache?

F.H.: oh je, kurz danach würd ich sagen "nie mehr"; es ist doch wesentlich mehr zum Planen und Koordinieren als man denkt. Gerade auch beim Verkauf jetzt über das Internet muss man sehr viele Anfragen beantworten.

D.C.: Da ich nicht so viel Arbeit mit dem Verkauf habe wie Frank, könnte ich mir das gut vorstellen. Die Frage ist, ob es wieder Fahrräder sein müssen. Denn, wer hat in 3-4 Jahren schon wieder zwei Räder zum Verschenken daheim innerhalb der Gemeinden… Aber eine Tagesaktion bei der am Ende etwas rauskommt und wir als Gruppe sagen können: "Das ist es, was wir heute geschafft haben!" Also, das man zusammen erlebt und schafft, um ein messbares Ergebnis zu bekommen, finde ich immer lohnenswert. Vielleicht kann es beim nächsten Mal eine Aktion sein, die mehr auch die Bürger und Bürgerinnen anspricht, die in Pliezhausen und Mittelstadt wohnen und nicht in die EmK gehen… Eine neue Ausdrucksform von Kirche und Mission?

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